Blutegel
Bei der Blutegeltherapie handelt es sich um ein Ausleitvervahren. Sie wurde das erstemal in Europa um 200 v. Chr. erwähnt und setzte sich über das Mittelalter bis in die Neuzeit durch. Mittlerweile, nach dem sie in Zeiten der modernen Medizin in Vergessenheit geraten war, erlebt diese alte Therapie in der Naturheilkunde und sogar in der Chirurgie einen neuen Aufschwung.
Die 2-4 cm kleinen Tiere leben im Süßwasser, sie besitzen 3 Kiefer die mit scharfen Zähnen besetzt sind und eine sternförmige Bisswunde hinterlassen.
Heute werden Blutegel in Farmen gezüchtet und nur noch einmal verwendet um die Übertragung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Allerdings werden Bakterien und Keime des Patienten schon nach kurzer Zeit nicht mehr im Egel nachgewiesen.
Der Erfolg der Therapie ist 1. auf den Blutverlust und 2. auf die im Speichel des Egels enthaltenen Stoffe zurückzuführen. Ein Blutegel produziert unter anderem das gerinnungshemmende Hirudin. Hirudin wirkt außerdem antithrombotisch und lymphstrombeschleunigend. Der Blutverlust, ca. 10ml pro Egel und die Nachblutung von ca. 20ml pro Bisswunde wirkt wie ein sanfter Aderlass.
Die Blutegeltherapie ist außerdem entzündungshemmend, entstauend und leitet Toxine ab, die sich im Gewebe gesammelt haben.
Blutegel sind sehr empfindliche Tiere und reagieren besonders auf Nikotin, Alkohol, Medikamente sowie auf Duftstoffe aus Parfüm, Deo, Seifen, Duschbädern oder ähnlichem. Deshalb sollten vor einer Therapie solche Stoffe vermieden werden.
Nach 10-40 min. haben sie sich vollgesogen und fallen von alleine ab. Es wird ein saugfähiger Verband angelegt der nach spätestens 12 Stunden gewechselt werden muss. Die Nachblutzeit kann bis zu 2 Tagen dauern, nach spätestens 1 Woche ist die Wunde verheilet. Unter Umständen kann eine kleine Narbe zurückbleiben.
Besonders gut wirkt diese Behandlung bei entzündlichen -, venösen – und Gelenkserkrankungen.


